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Johannes Witek

 

Gebete an den Alligator und die Klimaanlage


Schon wieder Gedichte und Prosa


Gnadenlos hellsichtig verdichtet Witek die Abgründe der Gesellschaft: psychologisch aus fast unerträglicher Nähe, poetisch aus der ironischen Distanz des unbeteiligten Berichterstatters. Wer da nicht lacht, lacht nie. Witek ist nicht nur der erstaunlichste Poet der Gegenwart, sondern zugleich ein erschütternd genau beobachtender Psychologe, der menschliche Dramen erträglich macht, indem er uns dazu bringt, über sie zu lachen.

Ein Geniestreich.

(Gabriele Busse, Freies Radio Wüste Welle)

Presse/Kritiken und sonstige Links

 

  • Manchmal bin ich froh, dass es Zufälle gibt

    von Bloggerin "Yvonne"

    Freitag, 10. Februar 2012

Rezension hier lesen

http://lesezeit.blogspot.com/2012/02/johannes-witek-gebete-den-alligator-und.html

 

  • Der erstaunlichste Poet der Gegenwart:
    Johannes Witeks Gebete an den Alligator und die Klimaanlage

von Kai Pohl
für satt.org (30. Januar 2012)

 

Rezension hier lesen

http://www.satt.org/literatur/12_01_witek.html

 

  • Das Buch bietet haarsträubende Abenteuer und karikierte Verhaltensweisen, die zum Schmunzeln animieren

von Fred Spenner

für underdogfanzine.de (11. Februar 2012)

 

Rezension hier lesen

http://blog.underdogfanzine.de/?p=1497

 

  • Bei einigen dieser Geschichten bleibt einem der Lacher allerdings im Hals stecken, denn Witek ist ein sehr genauer Beobachter der alltäglichen Wahrheit und trifft mit Wortwitz und Esprit gezielt ins Schwarze.

 

von Igor

für Blücher - der Bücher Blog (2. Mai 2012)

 

Rezension hier lesen

http://bluecher.agunlimited.at/archives/325-johannes-witek-gebete-an-den-alligator-und-die-klimaanlage.html

 

 

 

 

 

 

Gebete an den Alligator und die Klimaanlage

 

 

 

Tapferkeit macht mich traurig,
und Lebkuchenherzen,
Inneneinrichtungen fast immer
und fast jede:
wenn der Kuckuck aus der Uhr kommt,
beginne ich zu plärren;
auf eine naive Art nette Menschen machen mich traurig
und häufig auch zornig,
Vereinswimpel machen mich traurig
und Besuche von Kindern
(der Klassiker)
bei ihren Eltern - -
eigentlich alles, was man sammeln kann
macht mich traurig,
die meisten Hobbys machen mich traurig
und viele Gespräche,
Begrüßungen machen mich fast immer trauriger
als Abschiede,
Elefantenohren machen mich irgendwie traurig,
aber vergitterte Fenster irgendwie nicht,
vorbeiziehende Landschaften in Zugfenstern machen mich unruhig,
der nächtliche Himmel voll Sterne dagegen hat mich nie groß begeistert,
Wasserfälle, Waldränder, Rapsfelder und Laubbäume finde ich so ungefähr okay,
in natura wie auf Bildern,
dafür macht mich die Art traurig, wie Menschen ab einem gewissen Alter am Computer sitzen,
falls sie das überhaupt tun;
wenn sie es nicht tun, macht mich das nicht traurig,
ist mir aber auch nicht ganz egal;
ein Paar Schuhe,
von denen einer steht und einer liegt machen mich traurig,
wenn sie nicht der richtigen Person gehören;
nach links kippende Handschriften finde ich grundsätzlich in Ordnung,
nur meine eigene inzwischen irgendwie obszön
(das war nicht immer so),
Kinderspielzeug nervt mich meistens,
Kinder selber meistens nicht,
Wochenenden machen mich nur traurig,
wenn ich jemand zuhören muss, der von seinem erzählt,
Geschlechtsverkehr verwirrt mich häufig (vorher),
begeistert mich meistens (währenddessen)
und macht mich fast immer melancholisch (danach),
Hotellobbys mit dunklen Ledersofas finde ich interessant,
in kleinen Räumen mit dickem Teppichboden muss ich kacken,
Papageien tun mir leid,
Tennisschläger finde ich zum Kotzen
und du, mein Freund, du machst mich am traurigsten von allem
und das macht
mir Angst.

 

 

 

/aus dem Buch / von Johannes Witek/
/Gebete an den Alligator und die Klimaanlage/
Copyright © by Chaotic Revelry Verlag, Köln/

 

 

Chaotic Revelry Verlag
info@cr-verlag.de